Kernpunkte des Aktionstages

Jetzt, da Ihr alle von der Notwendigkeit des Bayernweiten Aktionstages überzeugt und super motiviert seid, an Eurer Schule zum Gelingen beizutragen, ist es an der Zeit sich über die Details Gedanken zu machen. Im folgenden ist die Geschichte der Schülerbewegung Bayerns und einige Eckpunkte zur Gestaltung des Aktionstages zusammengefasst.

"basis heißt Aufbruch"

Die Wiege der Demokratieoffensive liegt in Nürnberg, wo sich vom o9. bis 11. März 2001 bei basis'01, dem Bayerische SchülerInnensymposium, über 500 SMV- und Schülerzeitungsaktive trafen, um ein ganzes Wochenende voller Information und Diskussion rund um die Bildungspolitik zu erleben. Und ein bisschen zusammen gefeiert haben wir natürlich auch.

Die auf der basis'01 erarbeiteten Ergebnisse wurden dann in mehreren Seminaren, den basis- Nachbeben, in ganz Bayern weiter diskutiert und bearbeitet. Es ist jetzt also höchste Zeit den nächste Schritt zu gehen, und die große bayerische Demokratieoffensive zu zünden.

Aber nur zusammen können wir Schule wirklich verändern!

"Wir haben lange genug geduckt,
jetzt wird endlich aufgemuckt!"

Die Offensive selbst startete mit dem Datenschutzbrief: An jeden Schülerausschuss (Amtsdeutsch für die Gesamtheit der Schülersprecher Eurer Schule) der bayerischen Gymnasien wurde ein Brief geschickt, der den Direktor beim Öffnen darauf aufmerksam machte, dass er gerade gegen geltendes Recht verstößt. Habt Ihr diesen Brief erhalten? Wenn nicht könnt ihr mehr Informationen auf unserer Homepage www.demokratieoffensive.de abfragen.

Und den nächsten Schritt haltet Ihr bereits in Euren Händen: Der Bayernweite Aktionstag am 23. Oktober bietet allen Schülern die Gelegenheit, auf ihre Bevormundung Aufmerksam machen, sich mit ihrer Situation zu beschäftigen, Forderungen zu erarbeiten und diesen überall im Land vor Ort Ausdruck zu verleihen. Wir werden die Demokratieoffensive an die einzelnen Schulen im Lande tragen und die Öffentlichkeit auf den Höhepunkt dieses Jahres vorbereiten: eine große Demo am 17. November in München!

Mit Eurer Phantasie dem grauen Schulalltag entgegen

Wie unschwer zu erkennen ist, steht Ihr mit Euerem Beitrag zur Demokratieoffensive nicht allein auf weiter Flur. Doch wie protestiert man am Besten gegen Zensur und die allgegenwärtige Bevormundung, kurz die "Diktatur des Direktorats"?

Tja, diese Frage können wir Euch nicht beantworten, und das wollen wir auch gar nicht. Denn nun ist es an Euch sich mit den Inhalten und Forderungen der Demokratieoffensive auseinander zusetzen und die genau für Euch, Eure Vorstellungen und natürlich auch Eure Schule passende Aktionsform zu finden. In der Beschäftigung mit dem Thesenpapier der LSV liegt nämlich bereits ein Großteil der Demokratieoffensive selbst.

Also hockt Euch mit den anderen SMV- Mitstreitern und einer guten Kanne Kaffee in Euer SMV- Zimmer, diskutiert über die Demokratieoffensive und das Thesenpapier, lasst Eurer Kreativität freien Lauf! Riskiert dabei ruhig ein paar rauchende Köpfe. Und wenn das auch nicht hilft, gibt es später noch eine Handvoll Denkanstöße als Anregung, aber versucht bitte nicht bloß diese zu reproduzieren. Der Erfolg unseres Aktionstages steht und fällt mit der Individualität der einzelnen Beiträge, und damit Eurer Phantasie!

Bedenket die Möglichkeiten

Radikale Aktionen sind zwar Angesichts der bestehenden Missstände verständlich, Ihr solltet Euch aber trotzdem gut überlegen, ob Ihr die Schulleitung durch Sachbeschädigung, Beleidigung oder das irgendwie anders geartete Verlassen der Legalität stärker verärgern wollt, als notwendig. Rational gegen das Thesenpapier zur Demokratieoffensive zu argumentieren wird schwer fallen, es ist für Euch also wenig vorteilhaft durch die gewählte Protestform zusätzliche Angriffsfläche zu bieten. Versteht das nicht falsch: Wir müssen unkonventionell und auch verdammt dreist sein, um aufzufallen, deswegen aber noch lange nicht ausfallend werden!

Statt dessen sollten wir versuchen mit kreativen und phantasievollen Aktionen Teile der Lehrer, Eltern und der schulexternen Öffentlichkeit für unser gemeinsames Anliegen zu gewinnen.

Aufgemerkt!

Stellt Euch vor, wir machen eine Demokratieoffensive, und keiner schaut hin. Das ist das Schlimmste, was uns allen passieren kann, denn Politik wird in der Öffentlichkeit gemacht! Ohne öffentlichen Druck bewegt sich nichts, erst recht kein Schulsystem.

Also redet immer wieder über die Demokratieoffensive, informiert, diskutiert. Und ganz wichtig, beschränkt euren Aktionstag nicht nur auf eure Schule. Ein elementarer Bestandteil unserer Initiative für mehr Demokratie an Bayerns Schulen muss die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sein. Also ladet die Lokalpresse bereits einige Tage vor dem Aktionstag an Eure Schule ein, und verschickt vor und nach Durchführung der Aktion Presseinformationen. Ein o815 Pressemitteilung liegt übrigens bei. Für die Lokalredaktion Eurer Zeitung ist der landesweite Aktionstag höchstwahrscheinlich ein gefundenes Fressen, schließlich ist die oft gezwungen über so viel Uninteressantes zu schreiben. Wenn Euch die Presse sowieso besuchen kommt, versucht doch mal ein Interview anzuregen, indem Ihr den Pressevertretern auf den demokratiefreien Raum Schule aufmerksam macht und Ihnen von Euren alltäglichen Problemen mit der Allmacht der Schulleitung erzählt.

Die große Frage: Wie komme ich an diese Leute ran? Eigentlich machen diese Leute es einem nicht sehr schwer Kontakt zu Ihnen aufzunehmen. Schaut doch einfach mal ins Telefonbuch und ruft sie an, schreibt ihnen eine eMail, schickt ihnen ein Fax oder schaut mal in der Redaktion vorbei. Und mit ein bisschen Glück schreibt sogar die Mutter oder der Vater eines Mitschülers für die hiesige Lokalpresse.

Dokumentation, der Anfang vom Ende

Kurz bevor Ihr Gelegenheit habt die Aktionsvorschläge zu studieren noch eine Bitte: Dokumentiert! Macht Photos! Schreibt Berichte, Erfahrungen und Impressionen auf! Filmt! Sammelt die Zeitungsartikel! Und dann lasst uns von der Landesschülervertretung bitte Kopien Eurer Aufzeichnungen, der Zeitungsberichte und Abzüge oder Scans Eurer Photos zukommen. Ganz egal ob digital an doku@demokratieoffensive.de oder traditionell mit der gelben Post an unser Aktionsbüro bei der Schweinfurter Schülervertretung e.V. im Friedrich- Rückert- Bau, Martin- Luther- Platz 20, 97421 Schweinfurt unter dem Kennwort "Demokratieoffensive - Doku".

Das ist nicht nur ein wichtiges Feedback für uns und eine schöne Erinnerung für Euch, sondern ganz wichtig für die Nachbereitung der Demokratieoffensive im ganzen Land. Und für Euch ist es bestimmt auch ganz interessant, auf unserer Homepage und in der abschließenden Dokumentation zu sehen was sich all' die anderen Schüler Bayerns so haben einfallen lassen.